[01805] Feldpost eines Willi an seine Schwester in Aachen-Haaren vom 27.08.1943 von der Ostfront in Russland

  • Feldpost: An Ehrwürdige Schwester, Russland, 27.08.1943


    Liebe Schwester!


    Aus Russland sende ich Dir die herzlichsten Grüsse. Ich bin seit dem 24.08 hier. Nach 10 tägiger Fahrt, die ja wohl das angenehmste bei der ganzen Kriegsspielerei ist, hier gelandet. Ich liege hier nahe an der Front und schreibe diesen Brief aus einem Loch wo wir mit 2 Mann drin liegen. Wir liegen nähmlich unter starken Ateleriefeuer und sind hier heftige Kämpfe im Gange. Heute Abend geht es im vorderen Graben. Wir müssen eben unser Schicksal in Gottes Hand legen. Und Gott wird das Gebet aller, vor allem das kindliche Gebet meines Jungen wohl nicht überhören. Und das Du liebe Schwester auch für mich betest ist mr gewiss und stimmt mir besonders freudig. Vor allem wollen wir hoffen und beten das dieser fürchterliche Krieg bald ein Ende nimmt. Die Bevölkerung leidet hier auch in dem reichsten Land der Welt Not alles ist froh wenn sie mal von uns ein Stück Brot bekommen. Auch ist hier alles wahnsinnig teuer. An den Bahnhöfen sassen die Bevölkerung und warteten unsere Züge ab, um uns was zu verkaufen. 2-3 Apfel 1 Mark, 3 Tomaten 1M. 1 Ei 1 M 3/4 lt. Oel 25,- M. u.s.w.


    Nun meine liebe Schwester hoffen wir das Beste und es grüßt dich recht herzlich aus weiter Ferne Dein Bruder
    Willi


    Die Originale befinden sich nicht in unserem Bestand. Die Scans wurden freundlichst zur Verfügung gestellt von David Krüger aus Buxtehude (http://david-krueger.de). Die Leserschaft dankt!